Leider kommt um etwas Statistik bei der Entscheidung über das Arzneimittel Impfung nicht vorbei. 

 

Ursprünglich sah man evidence-basierte, medizinische Entscheidungen in einer Zusammenführung aus ärztlicher Erfahrung/Expertise, Individualität des Patienten und externen, wissenschaftlichen Erkenntnissen/Studien. 

 

Leider dominiert zur Zeit die externe Wissenschaft in der evidenzbasierten Behandlung und das Gesundheitswesen hat sich ökonomisch abhängig gemacht von der Industrie (Operationen, Arzneimittel). 

 

Man könnte auch ein Zitat des Mitbegründers der evidenzbasierten Medizin David Sackett verwenden:

 

„EBM ist keine Kochbuchmedizin. Weil es eines "Bottom-up"-Ansatzes bedarf, der die beste verfügbare externe Evidenz mit individueller klinischer Expertise und Patientenpräferenzen verbindet, ist das Konzept nicht mit dem sklavischen Befolgen eines "Kochrezeptes" zur Patientenbehandlung vereinbar. Externe klinische Evidenz kann individuelle klinische Erfahrung zwar ergänzen, aber niemals ersetzen. Es ist gerade diese individuelle Expertise, die entscheidet, ob die externe Evidenz überhaupt auf den einzelnen Patienten anwendbar ist und, wenn das zutrifft, wie sie in die Entscheidung integriert werden kann. In gleicher Weise muß jede Praxisleitlinie dahingehend überprüft werden, ob und wie sie den klinischen Zustand des Patienten, seine Lage und seine Präferenzen berücksichtigt.“

 

Impfen in einer "Impf-Praxis" ignoriert die Individualität von Patienten und die ärztliche Expertise fast komplett. Ein Nicht-Behandeln von impfkritischen Patienten senkt psychosoziale Kompetenzen der "Impf-Praxis" auf null. Es geht in Richtung eines veraltetes, paternalistischen Prinzip.

 

Auch mit Graden der Wissenschaftlichkeit oder Evidenz-Level muss man sich beschäftigen, um Impfungen zu analysieren. 

Eine oder mehrere doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Studien sind natürlich der Goldstandard, während  Expertenkommissionen (STIKO) eher keinen hohen Grad der Evidenz erreichen. Finanziell lassen sich nun mal einzelne Personen beeinflussen.

Doppelte Verblindung bedeutet sowohl Arzt und Studienteilnehmer wissen nicht zu welcher Gruppe die Studienteilnehmer angehören und Placebo-kontrolliert heißt man vergleicht Arzneimittel mit einem Schein-Arzneimittel (sog. Zuckerpille). 

 

Zulassungsstudien für Impfstoffe nutzen häufig etablierte, aktuelle Impfstoffe zum Vergleich ohne Placebo-Kontrolle oder aktive Placebos, die Zusatzstoffe wie Aluminium enthalten. Weitere Probleme ist die Erfassung von Nebenwirkungen, die länger brauchen um Symptome zu zeigen als der Beobachtungszeitraum von Zulassungsstudien und die Anzahl der untersuchten Personen. Wenn ein Arzneimittel an 10.000 Menschen getestet wurde und eine schwere Nebenwirkung mit einem seltenem Risiko von 1 zu 20.000 auftritt, dann muss das Meldesystem extrem gut sein. Es werden jedoch nur 1 % der Nebenwirkungen gemeldet. 

 

Es existieren sehr viele Biase im Gesundheitswesen. Ca. 50 % der Studien wird nicht veröffentlicht. Man nennt das Publikationsbias, d.h. Studien, die negativ sind oder statistisch nichts aussagen, werden nicht veröffentlicht. Je nach Studiendesign kann man sagen, dass Nebenwirkungen, wie zum Bespiel "Autismus", nach Studienlage statistisch zu 50% nicht auftritt nach Impfstoffen (Bei Autismus wurde leider nur die Masern-Mumps-Röteln-Impfung untersucht).

Aufgrund meiner Grundhaltung suche ich Studien, die diese Meinung bestätigen. Genauso wie Jemand, der un-kritisch ist, Studien raussucht, die seine Meinung bestätigen. Der Confirmation-Bias beeinflusst so auch sogenannte Experten.

Der Bias Blind Spot beschreibt die Nicht-Beinflussbarkeit. Z. B. reicht schon ein kostenloses Essen auf einem Kongress aus, um die Verschreibungshäufigkeit des entsprechenden Arzneimittels zu erhöhen.

Um das Impfthema zu analysieren, muss die englischsprachige Wikipedia-Liste der kognitiven Verzerrungen auswendig gelernt werden Wikipedia-Liste. :-)

 

Wenn man ausserhalb des Behandlungsframe (sog. Framing) von Ärzten ist, wird man im Krankheitsfall nicht behandelt, obwohl man lt. BGB §630 ein Recht dazu hätte.

 

Beim Thema Impfen ist noch der Truth-Effekt wichtig. Je öfter eine unwahre Aussage wiederholt wird, umso ehr wird sie ohne Nachprüfen als wahr eingeordnet. Zum Beispiel "Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maß­nah­men, die in der Medizin zur Verfügung stehen." 

 

Zahlen wie die Erkrankungsrate (Neu-Erkrankungen je 100.000 Einwohner je Jahr, Inzidenz) bei impfpräventablen Erkrankungen und die Effektivität von Impfstoffen (Vaccine Effectiveness, VE) werden wahrscheinlich wegen ökonomischen Gründen kaum genannt. Die Erkrankungsrate für meldepflichtige Erkrankungen kann man auf der Seite https://survstat.rki.de/ abfragen. Die Effizienz der Influenza-Impfung wird jährlich vom staatlichen Zentrum für Krankheitskontrolle der USA https://www.cdc.gov/flu/professionals/vaccination/effectiveness-studies.htm veröffentlicht. 

 

Interessanterweise, geht man bei mathematischen Modellen zur künstlichen Herdenimmunität (durch Arzneimittel) immer von einer 100%-igen Wirksamkeit vom Arzneimittel "Impfstoff" aus.

 

Aus der Anzahl der notwendigen Behandlungen (Number Needed to Treat, NNT) entwickelte sich die Zahl der Patienten, die durch die Behandlung gefährdet werden (Number Needed to Harm, NNH). 

 

Z. B.  möchte ich wissen wieviel Kinder mit einer gesicherten bakteriellen Infektion mit einem Antibiotikum behandelt werden können und wieviel Kinder einen Schaden bekommen durch die Behandlung mit einem Antibiotikum. 

 

Die Anzahl der notwendigen Geimpften (Number Needed to vaccinate, NNV) kombiniert eindrucksvoll die Erkrankungsrate und die Effektivität von Impfstoffen. 

 

Sie wird berechnet über:

 

NNV = 1/(Inzidenz*VE)

 

Die Anzahl der durch Impfungen Gefährdeten kann man aufgrund des Designs der Zulassungsstudien und der extrem schlechten Melderate für Nebenwirkungen (Underreporting) nicht berechnen. 

 

Für Symptome. die dem natürlichen Masern-Virus  und dem künstlichen Masern-Virus in Impfstoffen zugeschrieben werden, existieren Daten. 

 

2001 wurden dem staatlichen Robert-Koch-Institut 6198 Fälle an Masern über https://survstat.rki.de/ gemeldet was einer Inzidenz von ca. 7,52/100 000 Einwoher entspricht. 2004 155 und 0,19 je 100 000 Einwohner. Seit 2001 jeweils geringste und meiste Erkrankungsrate.

 

Die Effektivität für eine Masern-Impfung liegt offiziell durchschnittlich bei 96,5 % zur Verhinderung von Masern.

Naürlich gab es auch Ausbrüche, wo 100% der Schulkinder geimpft waren https://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/00000359.htm.

 

Für 2001:

 

NNV = 1/(7,52/100000*0,965) = 13781 (man rundet immer auf)

 

2001 mussten 13781 geimpft werden, um eine natürliche Masern-Virus-Erkrankung zu verhindern.

 

2004:

 

NNV = 1/(0,19/100000*0.965) = 545405

 

2004 mussten 545405 geimpft werden, um eine natürliche Masern-Virus-Erkrankung zu verhindern.

 

Man kann diese Zahl auch ökonomisch interpretieren. Die Meisten haben die Masern-Mumps-Röteln-Impfung des Herstellers Glaxo-Smith-Kline, Priorix®. Nach Abzug der 19%-igen Mehrwertsteuer bleiben ca. 30,00 € für eine Masern-Impfung.

Im Jahr 2004 kostete es dem Staat ca. 16,4 Millionen Euro zur Verhinderung eines Masern-Falles durch das Produkt Priorix®.

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